Einstimmiger Resolutionsantrag
Alle Parteien in der Donaustadt wollen die Wiedereröffnung der S-Bahn-Station Lobau – konkrete Schritte sind gefragt
Am 3. Dezember 2025 wurde von allen Parteien einstimmig ein Resolutionsantrag verabschiedet, der sich für eine Wiedereröffnung der 2014 von den ÖBB abgewürgten S-Bahn-Station Lobau ausspricht.
Diese Willensäußerung des Bezirkes ist ein Erfolg für die hartnäckige, unverzagte Arbeit der Bürger:inneninitiative „S 80 Lobau“. Dennoch hat das Bezirksparlament formal keine Kompetenzen, um solch einen Fortschritt für den öffentlichen Verkehr in der Donaustadt durchzusetzen. Schlüssel dafür ist in der nächsthöheren politischen Ebene die Stadt Wien. Diese kann – so wie sie es auch mit vielen anderen Eisenbahnprojekten getan hat – mit den ÖBB und dem Bund Vereinbarungen abschließen, welche eine gemeinsame fachliche und finanzielle Verantwortung für Verbesserungen im Wiener Bahnverkehr festlegt.
Zur weiteren Förderung dieses Projekts bringt die BI S80 Lobau in den nächsten Wochen eine offizielle Petition bei der Stadt Wien ein, welche hier auf der Internetseite abrufbar und unterstützbar ist.
Wichtig dazu ist festzuhalten, dass die Argumente der ÖBB für die Schließung der Station Lobau mittlerweile noch um einiges dünner geworden sind, als sie vor über 10 Jahren schon waren. Die Zahl an potentiellen Fahrgästen im Umfeld der Station hat durch neue Wohnbauten deutlich zugenommen. In Gehentfernung der Station leben mittlerweile mehr als 2000 Menschen, die im Umfeld verkehrenden, aber leider nie an die S-Bahn in geeigneter Weise angebundenen Buslinien erschließen Siedlungsgebiete mit insgesamt etwa 10.000 Einwohner:innen. Diese sind derzeit ausschließlich an die U-Bahnen ins Zentrum angeschlossen, nicht aber an die Tangentialverbindung der S-Bahnlinie 80. So sind viele Menschen gezwungen, mit dem Auto die Südosttangente mehr zu verstopfen, als es mit einem attraktiven öffentlichen Verkehrsangebot nötig wäre.
Die Bahnstation Lobau könnte nicht nur die Buslinien 92B, 93A und 96A erstmals attraktiv an die S80 und somit in Richtung vieler Arbeitsplätze im Süden und Südwesten von Wien anbinden, sondern auch Zigtausenden Erholungssuchenden insbesondere aus Meidling, Favoriten und Simmering eine schnellere Verbindung zur Neuen Donau, der Donauinsel und der Lobau bieten, als es jetzt mit der U-Bahn mit Umwegen über das Stadtzentrum der Fall ist.
Für das lokale Umfeld böte eine klug geplante Station Lobau gleichzeitig auch eine barrierefreie Verbindung zwischen den Siedlungsgebieten im Lobauvorland und dem Wegenetz entlang der Donau, indem ihre Lage ideal ist, um die stark befahrene Raffineriestraße – die Verlängerung der Donauuferautobahn A22 – sowie auch die dort gelegene Ölhafenbahn zu überbrücken. Derzeit ist man dort zur Benutzung eines lebensgefährlichen ungeregelten Bahnüberganges gezwungen, der bereits zwei Todesopfer gefordert hat, und ein ampelgeregelter Fuß- und Radwegübergang über die Raffineriestraße fordert teils hunderte Meter lange Umwege.
Spätestens wenn der im Eisenbahn-Zielnetz 2040 vorgesehene viergleisige Ausbau der Ostbahn zwischen Stadlau und Simmering endlich umgesetzt wird, werden Kapazitäten für einen dicht getakteten S-Bahnverkehr frei, in welchem die Station Lobau als wertvoller multimodaler Verkehrsknoten funktionieren und im Sinne der Klimaziele der Stadt Wien tausende tägliche Autofahrten überflüssig machen könnte.