Im Petitionsausschuss der Stadt Wien

Gelingt ein Durchbruch bei der jahrelangen Denkblockade der Wiener Stadtplanung?

Die BI S80 Lobau kämpft seit nunmehr über 30 Jahren für den Erhalt bzw. die Wiedererrichtung der 2014 geschlossenen S-Bahn-Station Lobau. Nachdem es im Bezirk gelungen ist, einen parteiübergreifenden Konsens dafür zu erreichen, die Stadtplanung sich aber weiterhin taub stellt, wurde eine Petition gestartet, welche mit über 600 Unterschriften erfolgreich war und somit am 6. Mai 2026 im Petitionsausschuss der Stadt Wien diskutiert wurde.

Im Namen der BI erläuterten Dr. Gerald Pärtern und Jutta Martysek in diesem öffentlichen Ausschuss die Anliegen der BI, welche die Schaffung eines multifunktionalen, barrierefreien Verkehrsknotens im Zuge der Wiedererrichtung einer Bahnstation Lobau zum Ziel hat.

Vielen Mitgliedern dieses Ausschusses konnte sichtlich verständlich gemacht werden, dass es sich hier nicht lediglich um ein Projekt für einige AnrainerInnen handelt, sondern eine Chance, für weite, mit Naturräumen unterversorgte Teile Wiens einen leichteren, schnelleren Zugang mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Erholungsgebieten Lobau und Neue Donau zu schaffen. Auch wurde klar, dass die mit der Schließung der Station, verbunden mit der kürzlichen Sperrung des noch existierenden öffentlichen Begleitweges massiv verstärkte Abschottung des benachbarten Siedlungsgebietes mit einer wiedererrichteten Station behoben werden könnte.

Vor dem Wiener Rathaus

Die BI S80 Lobau fordert keineswegs eine unrealistische Taktverdichtung der existierenden Autobuslinien, sondern betont, dass ein Anschluss dieser Busse an die Bahnstation Lobau mit einem Schlag deren Effizienz massiv heben würde. Dies, weil sich jene Stadtgebiete, die direkt oder mit einmaligem Umsteigen verbunden wären, um den Faktor 8 vermehren würden.

Es ist zu hoffen, dass die jahrelange Blockadehaltung der Wiener Stadtplanung, die lediglich mit dem angeblich geringen Fahrgastpotential im unmittelbaren Umfeld der Station argumentierte, angesichts der Synergieeffekte eines wieder geschaffenen Verkehrsknotens endlich gelöst wird. Die Gemeinde Wien ist am Zug, mit den ÖBB entsprechende Übereinkommen zu treffen. Die Zeit drängt, denn die Bahnstrecke zwischen Stadlau und Simmering soll vernünftigerweise in absehbarer Zeit viergleisig ausgebaut werden, und spätestens dann darf diese Chance für das Wiener Verkehrsnetz nicht verpasst werden.

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